Die richtige Schule zu finden ist sowohl für Schüler als auch für deren Eltern nicht immer einfach. Zwischen den “Standard-Möglichkeiten” wie Hauptschule, Realschule und Gymnasium gibt es beispielsweise auch die Wirtschaftsschule im Röthelheimpark. Ehemalige Wirtschaftsschüler berichten in diesem Artikel von ihren Erfahrungen mit der Schule.

Mira, 21: besuchte nach dem Abschluss an der Wirtschaftsschule das Emil-von Behring-Gymnasium in Spardorf. Nun macht sie ein duales Studium bei Edeka zum Handelsfachwirt.

Florian, 21: ging nach der Wirtschaftsschule auf die FOS in Forchheim und machte dort in zwei Jahren die Fachhochschulreife. Danach fing er ein betriebswirtschaftliches Studium an der TH Nürnberg an. Aktuell schreibt er an seiner Abschlussarbeit und beendet somit das Studium in ca. 5 Monaten.

Constantin, 21: machte nach der Zeit an der W.i.R. das Fachabi und das fachgebundene Abitur (13. Klasse) an der Lothar-von-Faber-Fachoberschule in Nürnberg. Danach arbeitete er bei einer Werbe-Strategieberatung und baut nun seine eigene Firma auf.

Mira, Florian & Constantin – ehemalige Schüler der Wirtschaftsschule Erlangen

Was hast Du an der Wirtschaftsschule gelernt, was Dir nun im Beruf oder Studium weiterhilft?

Mira: “Das Verständnis für Buchhaltung, sowie wichtige Betriebswirtschaftliche und Volkswirtschaftliche Grundlagen und Kenntnisse.”

Florian: “In meinem BWL-Studium hatte ich gegenüber den anderen vor allem einen Vorteil in Buchführung, da wir in der Wirtschaftsschule schon ab der achten Klasse Buchungssätze und Bilanzen behandelten. Somit kannte ich die Logik schon. Viele Kommilitonen vom Gymnasium, mussten das von Grund auf neu lernen. Auch in meinem Werksstudenten-Job im Controlling haben mir die Grundkenntnisse in Excel weitergeholfen.”

Constantin: “In der Wirtschaftsschule konnte ich einiges lernen, was mir auch heute im Alltag als Selbstständiger weiterhilft. Durch das Fach Übungsfirma habe ich verstanden, wie Prozesse in Firmen ablaufen und im Fach Textverarbeitung konnte ich das 10-Finger-Tippen trainieren – um nur zwei Beispiele zu nennen.. “

Wie war die Wirtschaftsschule als Schule?

Mira: “Als junge Schülerin fühlte ich mich durch das gute Lehrer-Schüler-Verhältnis ernstgenommen und respektiert. Bei Problemen waren die Lehrer immer für mich da und hatten einen offenes Ohr für mich. Sie haben mich auch sehr gut für meinen weiteren Weg nach dem Abschluss beraten.”

Florian: “An die Wirtschaftsschule habe ich hauptsächlich positive Erinnerungen. Die Lehrer waren bis auf wenige Ausnahmen durchwegs kompetent und machten guten Unterricht. Die Klassen hatten eine angenehme Größe und auch die Klassengemeinschaft war aufgeschlossen und harmonisch. Über die Jahre hinweg war es durch verschiedene Zweige (Üfa, Französisch, usw.) und Wahlfächer (z.B. Tontechnik) möglich den eigenen Interessen zu folgen und sich seinen Weg zu suchen. Man wurde somit nicht in eine bestimmte Laufbahn gesteckt und musste da dann durch. 

Die Klassen hatten eine angenehme Größe und auch die Klassengemeinschaft war aufgeschlossen und harmonisch.”

Constantin: “Die Lehrer sind einem auf Augenhöhe begegnet und haben sich für die Anliegen der Schüler interessiert – egal um welches Thema es ging. Wer schon auf anderen Schulen war, weiß, dass das nicht selbstverständlich ist.”

Wie kamst Du damals zur Wirtschaftsschule?

Florian: “Ich hatte damals nach der 4. Klasse den Sprung aufs Gymnasium nicht geschafft und bin 2 Jahre auf der Hauptschule geblieben. Da die Wirtschaftsschule mit dem beginn ab der 7. Klasse zeitlich gerade recht kam als ich dann auf eine höhere Schule wechseln wollte, fiel dann die Entscheidung aufgrund der räumlichen Nähe auf die W.i.R.”

Constantin: “Ich war zwei Jahre auf der Hauptschule in Herzogenaurach und hatte in der 5. Klasse die Aufnahmeprüfung für die Realschule nicht geschafft. Nach der 6. Klasse konnte ich dann – da mein Schnitt nun besser war – ohne Aufnahmetest auf die Wirtschaftsschule im Röthelheimpark.”

Welche Vorteile siehst Du bei der WiR gegenüber anderer Schulen?

Mira: “Durch die intensive Schulung der wirtschaftlichen Fächer wie z.B. Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre sowie das gute Bewerbungstraining erlangt man eine bessere Vorbereitung für kaufmännische Berufe bzw. Vorstellungsgespräche.”

Florian: “Vorteile sehe ich einmal im Start ab der 7. Klasse, da meiner Erfahrung nach die Schüler zu dem Zeitpunkt schon eher wissen in welche Richtung sie gehen wollen als nach der 4. Klasse. Wenn man in Richtung Wirtschaft tendiert vermittelt einem diese Schulform gute Grundkenntnisse. Speziell für die W.i.R. in Erlangen haben in meiner Zeit dort gute Lehrer, eine freundliche Atmosphäre und eine gute Ausbildung gesprochen.”

Constantin: “Einer der ganz großen Vorteile der W.i.R. ist der Praxisbezug im Unterricht. Man lernt Dinge, die man im Berufsleben und Alltag gebrauchen kann. Zusätzlich dazu ist das Schulklima auch noch optimal – für mich war es eine perfekte Kombination.”

Welchen Tipp würdest Du neuen Wirtschaftsschülern mit auf den Weg geben?

Mira: “Durch Teamarbeit, gute Klassengemeinschaft und einem guten Lehrer-Schüler-Verhältnis, vergeht die Zeit neben den Schulpflichten viel zu schnell. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich denke sehr gerne an die Zeit zurück.”

Florian: “Die Wirtschaftsschule in Erlangen bietet sehr viele verschiedene und interessante Möglichkeiten an sich neben dem normalen Unterricht noch weiterzubilden oder einfach eine schöne Zeit zu haben. Sucht euch etwas raus das euch Spaß macht und engagiert euch anstatt nur den leichtesten Weg durch das Schuljahr zu suchen. Meine Zeit damals bei der Licht- und Tontechnik hat beispielsweise sehr viel Spaß gemacht.”

Constantin: “Ein weiterer Vorteil der Wirtschaftsschule ist, dass niemand als einziger, neuer Schüler in eine bestehende Klasse kommt. Die Klassen werden beim Einstieg ja erst gebildet und somit ist jeder neu. Schau also gleich in den ersten Wochen mit wem Du dich gut verstehst, dann hast Du gelich ein paar Freunde.”

Wie war dein genauer Weg nach der Wirtschaftsschule?

Mira: “Nach der Wirtschaftsschule besuchte ich das Emil-von Behring-Gymnasium in Spardorf für 3 Jahre. Anschließend studierte ich 2 Semester Jura. Als ich herausfand, dass dies nicht das richtige für mich war, begann ich ein duales Studium bei Edeka zum Handelsfachwirt an.”

Florian: “Nach der W.i.R. ging es bei mir weiter auf die FOS in Forchheim und dort nach zwei Jahren zur Fachhochschulreife. Damit dann an die TH-Nürnberg wo ich ein betriebswirtschaftliches Studium angefangen habe. Aktuell bin ich nun dabei meine Abschlussarbeit zu beginnen und werde dann in ca. 5 Monaten mein Studium abschließen.”

Constantin: “Nach meiner Zeit auf der Wirtschaftsschule bin ich an die Fachoberschule nach Nürnberg. Dort habe ich mein Fach-Abi + die 13. Klasse gemacht. Anschließend war ich knapp zwei Jahre als Trainee in einer Mischung aus Werbeagentur und digitaler Strategieberatung und habe Abends nebenbei studiert.

Mitte 2018 habe ich dann aber mein Studium pausiert und meinen normalen Job gekündigt, um mit einem Kollegen eine eigene Firma zu aufzubauen, die digitale Stadtmagazine (z.B. auch deinErlangen.de) betreibt und lokale Werbekampagnen für Kunden umsetzt.”


Du willst wissen, warum es für Constantin die beste Entscheidung war, auf die Wirtschaftsschule in Erlangen zu gehen? Das erfährst Du in diesem Artikel.