Meine Eltern wussten nicht, wie es mit mir weitergehen sollte. Damals, als ich in der 6. Klasse auf der Hauptschule war und es nicht danach aussah, als würde ich bald von dieser Schule runterkommen. Doch ich habe mich hingesetzt, habe gelernt und es letztendlich doch auf die Wirtschaftsschule in Erlangen geschafft. Was dieser Schritt – rückblickend – für mich bedeuten sollte, war mir damals nicht bewusst.

Die Wirtschaftsschule war die optimale Grundlage für mich. Ganz egal, wie schwer es davor für mich war. Ab der 7. Klasse an der W.i.R., wie die Wirtschaftsschule abgekürzt heißt, ging es bergauf für mich: meine Noten wurden besser, ich durfte von Anfang an beim Projekt “Tontechnik” mitwirken, hatte nette Klassenkameraden, tolle und – an den Schülern interessierte – Lehrer gehabt. Abgeschlossen habe ich die Wirtschaftsschule mit einem Schnitt von 2,0 + dem “Preis für besonderes soziales Engagement” der Stadt Erlangen.

Noch während der Abschlusszeit an der Wirtschaftsschule habe ich das Online-Stadtmagazin deinErlangen.de gestartet und nach den Sommerferien ging es an die FOS nach Nürnberg. Anschließend war ich zwei Jahre Trainee in einer Mischung aus digitaler Strategieberatung und Werbeagentur und habe nebenbei Abends BWL studiert. Seit Mitte letzten Jahres baue ich nun vollzeit mit einem Kollegen eine eigene Firma auf.

An der Wirtschaftsschule lernt man praxisnah

Das tolle an der Wirtschaftsschule ist, dass man viele Dinge lernt, die man auf anderen Schulen nicht oder nicht in dem Maße vermittelt bekommt. Es geht eben nicht darum, ein Gedicht auf drei Sprachen interpretieren zu können, sondern um die Fragen, wie eine Firma mit ihren verschiedenen Abteilungen funktioniert, wie man einen Arbeitsvertrag ausfüllt und worauf man achten muss, wenn man geschäftliche Briefe und Bewerbungsanschreiben verfasst.

Einige Fähigkeiten, die mir an der Wirtschaftsschule vermittelt wurden, helfen mir auch heute in meinem Arbeitsalltag weiter:

  • das Wissen aus Rechnungswesen für die Buchhaltung unserer Firma
  • das 10-Finger-Tippen beim Schreiben von Mails und Angeboten
  • der praxisnahe Einblick aus dem Fach Übungsfirma mit dem ich verstanden habe, wie eine Firma funktioniert

Doch nicht nur das Fachliche ist einer der großen Pluspunkte für die Schule im Röthelheimpark. Auch im Punkt “Zwischenmenschlichkeit” habe ich an der W.i.R. nur gute Erfahrungen gemacht.

Die Lehrer interessieren sich aufrichtig für ihre Schüler

Die Wirtschaftsschule ist nicht riesig: man kennt sich untereinander, es herrscht enger Kontakt zwischen Schülern und Lehrern, die Klassengröße ist angenehm.

In meiner Zeit an der Wirtschafsschule hatte ich immer das Gefühl, dass ich mich jederzeit an meine Lehrer wenden kann – egal worum es geht, sie hatten immer ein offenes Ohr.

Einige Lehrer haben selber eine Ausbildung oder in der Wirtschaft gearbeitet, bevor sie an der W.i.R. unterrichteten. Somit wissen sie, worüber sie reden, wenn sie den Schülern etwas von Buchhaltung, dem Arbeitsalltag in Firmen oder Marketing erzählen. Auch bei individuellen Fragen darüber, wie man nach der Wirtschaftsschule am besten weitermachen kann, gab es immer eine gute Antwort.

Die Wirtschaftsschule ist eine vernetzte Schule

Was ist unerlässlich in der Wirtschaft? Gute Kontakte. Und davon hat die Wirtschaftsschule einige. Interessiert man sich beispielsweise für eine Ausbildung nach der Schule, kann man auf dem schuleigenen “Berufsinformationstag” mit einigen Firmen sprechen und sich schon um die ersten Bewerbungsgespräche kümmern.

In meinem Alltag als Selbstständiger merke ich es auch immer wieder. Ehemaligen Wirtschaftsschülern läuft man immer wieder über den Weg: egal ob bei Banken, großen Konzernen oder in der Politik. Ehemaliger Wirtschaftsschüler zu sein ist somit auch eine Art der Vernetzung.

Ich würde jederzeit wieder für die Wirtschaftsschule entscheiden

Ich weiß nicht, was ich ohne die Wirtschaftsschule gemacht hätte. Für meinen weiteren Weg war das, was ich an der Wirtschaftsschule im Röthelheimpark gelernt habe, die perfekte Grundlage. Würde ich heute wieder vor der Entscheidung stehen, ob ich an die W.i.R. gehe oder an eine andere Schule – ich würde mich auf jeden Fall für die Wirtschaftsschule entscheiden.

Die Wirtschaftsschule im Röthelheimpark