Die bunten Lichterketten und Lampions leuchten zwischen den Blättern der Bäume, tausende Menschen stehen auf den Bänken, die Band am Niklas Keller spielt gerade den Neue-Deutsche-Welle-Hit “Völlig schwerelos”. Alle grölen mit. In der Luft liegt ein Duft von Bratwurst und gebrannten Mandeln, gepaart mit dem Geruch von Bier und Schweiß  – alles wie immer – und das nach zwei Jahren Pause des beliebten Erlanger Volksfestes. Die Bergkirchweih ist zurück. 

Erlangen feiert ausgelassen die 267. Bergkirchweih

Schon am Donnerstag beim Anstichtag scheint es, als hätte es die coronabedingte Pause nie gegeben. Der Tag startet für viele, wie auch davor, mit einem Kastenlauf. In Erlangen und Umgebung versammeln sich immer mehr Gruppen in Dirndl und Lederhose. Hunderte tummeln sich am BMS, dem Bürgermeistersteg. Es werden Trinkspiele gespielt, die Leute feiern und tanzen und das, obwohl das erste Fass auf dem Berg noch nicht einmal angestochen wurde. So manch einer schafft es an diesem Tag auch nicht mehr an den Ort des eigentlichen Geschehens. Auch das ist normal. Es ist, als sei die Zeit stehen geblieben. 

Bürgermeistersteg bei der Bergkirchweih

Gewohnte Atmosphäre beim Anstich

Zwei Schläge braucht OB Florian Janik für den Anstich des ersten Fasses an der Bergkirchweih 2022. Kaum ein Durchkommen zu diesem Zeitpunkt auf der Straße “An den Kellern”. Dieser Zustand hält die nächsten Tage an. Die Keller sind bis zum Anschlag gefüllt, am Wochenende gibt es zu Teilen Einlassstopp – trotz des einen oder anderen Regenschauers. Die Feierlustigen bedecken sich mit Planen und für richtige Berggänger gehört es fast schon dazu, einmal in den zwölf Tagen so richtig nass zu werden. 

Keller in neuem Glanz und verordnete Musik-Pause

Manche Bereiche auf den Kellern wurden in der Corona-Pause mit neuen Tischen und Bänken geschmückt. Dort, wo noch die alten herhalten müssen, ist schon über das erste Wochenende so manche Bank den Mengen an tanzenden und schunkelnden Menschen zum Opfer gefallen. Von einem “ruhigen Berg”, wie er von der Stadt angekündigt wurde, ist nichts zu sehen. Da hilft auch nicht die 30-minütige-Zwangspause, die die Bands in diesem Jahr alle halbe Stunde einlegen müssen, und an die man sich doch recht schnell gewöhnen kann. Die Masse behilft sich, in dem sie selbst das ein oder andere Lied anstimmt. 

Blick aus dem Riesenrad der Bergkirchweih

Neue Gondeln am Riesenrad

Neu sind auch die Gondeln des 55 Meter hohen Riesenrads. Wer noch die alten offenen Gondeln kennt, wird kurz enttäuscht: neue Gondeln und die sind verschlossen. Dem atemberaubenden Ausblick schadet es aber nicht und vielleicht traut sich jetzt auch so manch eine Person mit Höhenangst auf das Riesenrad.

Erlangen von oben

Denn wer Erlangen von oben sehen möchte, sollte unbedingt einmal in das Wahrzeichen des Festes einsteigen. Stolze sechs Euro kostet eine Fahrt. Es lohnt sich aber. Du fährst mehrere Runden und bleibst auch ein Weilchen ganz oben stehen. Tipp: Gerade zur Dämmerung ist es besonders schön

Erlangen von oben kannst du aber auch in anderen Fahrgeschäften erleben. Eine atemberaubende Sicht hast du auch im neuen Kettenkarussell. Eine Fahrt kostet hier sechs Euro und du schwebst förmlich über der Stadt. Wer (mehr) Nervenkitzel möchte, sollte in den Hangover Turm – der freie Fall am Rande des Bergs. Er ist nochmal 30 Meter höher als das Riesenrad und nichts für schwache Nerven. Adrenalin Pur. 

Blick auf Niklas Keller auf der Bergkirchweih

Fazit: Erlangen hat den “Berch” nicht verlernt 

Die kleinen Änderungen ausgenommen, ist es so, als hätte jemand die Zeit zurückgedreht. Ausgelassene Stimmung, volle Tische und Straßen, bunte Lichter, viele Menschen. Erlangen ist im Ausnahmezustand auch nach zwei Jahren Bergkirchweih-Pause.

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