Wenn du die La Empanaderia betrittst, wirst du direkt am Eingang von einer sympathischen, hüfthohen Moai-Statue – von den Osterinseln – begrüßt.

Der Innenraum ist rustikal, aber liebevoll eingerichtet mit Vintage-Industrie-Elementen, Altholz und freigelegtem Backstein. An einer kleinen Wand finden sich in einem Regal aus Weinkisten Reiseführer, bunte Vasen und allerlei originale Einrichtungsgegenstände aus Südamerika.

Der Hauptraum ist offen und freundlich, wohingegen man im kleineren Raum um die Ecke etwas mehr Ruhe und Privatsphäre genießen kann.

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Als Aperitif wurde uns das peruanische Nationalgetränk ans Herz gelegt. Pisco – ein Brand, der aus Traubenmost gemacht wird: er bildet die Basis für Pisco Sour – einen Cocktail mit Limettensaft, Zuckerrohrsirup und geschlagenem Eiweiß. Der Pisco Sour ist erfrischend, etwas säuerlich und mindestens so lecker wie die Pisco Sours, mit denen mich die peruanische Familie meines Freundes einmal abzufüllen versuchte.

Zusätzlich haben wir noch eine andere Variation mit Pisco probiert: Chilcano de Pisco – klingt, mit Pisco und Ginger Ale, erst einmal etwas unspektakulär, hat durch seine leichte fruchtige Säure aber definitiv Potenzial zum neuen Lieblingscocktail (sorry, Tequila Sunrise – wir können ja Freunde bleiben).

Von links nach rechts: Empanada Gaucho, Patacones, Oadinhos de Tapioca, Tequeños

Als uns der Inhaber uns von seiner Philosophie für das Restaurant erzählte, betonte er gleich am Anfang, was für eine wichtige Rolle die Gemeinschaft in der La Empanaderia spielt.

Die Speisekarte vereint Gerichte aus verschiedenen Ländern Südamerikas, welche im Team entwickelt werden: von seinem peruanischen Koch, seiner Ehefrau aus Paraguay und dem Rest des La Empanaderia-Personals.

Auch in den einzelnen Speisen spiegelt sich das Thema wieder – man erhält kleinere Portionen, bestellt dafür aber mehrere Gerichte um sich dann zusammen durchzuprobieren, ähnlich wie beim Tapas essen.

oben: Ceviche Nikkei, unten: Lomo Saltado

Gemeinsam durchprobiert haben wir uns auch, die komplette Speisekarte rauf und runter.

Angefangen mit den Tapioca-Würfeln, Teigtaschen mit Käse, Patacones und gefüllten Avocados über Empanadas bis zu Lomo Saltado und Ceviche – alles war wahnsinnig lecker und es ist sowohl für abenteuerliche als auch zaghafte Esser etwas dabei.

Wir waren uns einig, dass wir eigentlich alles toll fanden. Die unangefochtenen Highlights allerdings waren die Empanada Gaucho, das Lomo Saltado (unglaublich zartes Fleisch und geniale Kartoffelecken) und das Ceviche.
Das peruanische Sushi kann man sich nicht vorstellen, wenn man es noch nie probiert hat – es kommt aber in etwa einer Mischung aus Sushi und sauren Zipfeln nah. Klingt komisch, ist aber ein echter Traum. Der einzige Wunsch, der nach dem Essen noch offen war, war ein ausreichend großes Behältnis um uns in die Ceviche rein zu legen.

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Unbedingt probieren: die Ceviche – ein Gericht, bei dem roher Tunfisch in einem Sud aus Limettensaft, Chili und Gewürzen mariniert wird

Veggie: Oadinhos de Tapioca, Tequeños, Empanadas – es gibt viele vegetarische Optionen und andere Gerichte können bei Bedarf modifiziert werden

Besonderheit des Ladens: der kleine Ecktisch, der einem direkten Blick auf den Machu Picchu bietet (beziehungsweise auf ein Bild davon, aber besser wird es eben nicht wenn man gute 10.000 Kilometer von Peru entfernt sitzt)

Mit wem gehst du hin: die Empanaderia bietet Raum für Möglichkeiten – egal ob Date oder Familienfeier (bei größeren Gruppen am besten vorher reservieren)

Lärmfaktor: lateinamerikanische Musik und Gespräche im Hintergrund, man muss sich aber nicht anschreien

Preise: minimal über dem Durchschnitt der gewöhnlichen Erlanger Gastronomie – Pisco Sour 8,20€; 4 Empanadas 13,90€

Wir wurden vom Restaurant eingeladen – das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.