In der Stadtratssitzung am Donnerstag, den 30. März 2017, bekamen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Erlangen die Möglichkeit, Fragen zur geplanten Landesgartenschau 2024 zu stellen. Die Fragen mussten vorher schriftlich eingereicht werden, wurden daraufhin auch schriftlich von Oberbürgermeister Dr. Janik beantwortet und in der Sitzung verlesen.

Zugegeben, die Fragen der besorgten Bürgerinnen und Bürger sorgten hier und da für einen Lacher. So wurde beispielsweise der Bau von Grillplätzen wie folgt in Frage gestellt: „Ist Grillen nicht zudem äußerst klimaschädlich, energieverschwenderisch und führt zudem zu überhöhtem Fleischkonsum, sowie Alkoholmissbrauch und Vermüllung der schützenswerten Natur?“ Trotzdem sind Sorgen und Ängste der Landesgartenschau gegenüber gerechtfertigt.

Die Stadt will sich nicht festlegen

Die Stadt Erlangen versuchte von Anfang an transparent zu arbeiten, was die LGS-Bewerbung angeht. Festlegen will der Bürgermeister sich aber nicht. Mindestens drei Fragen wurden in der öffentlichen Stadtratssitzung abgespeist mit der Bemerkung, die Bewerbungsbroschüre zur Landesgartenschau sei lediglich als Ideensammlung zu verstehen und anderweitige Ideen können jederzeit eingebracht werden – auch von der Erlanger Bevölkerung.

Hört sich erstmal gut an, heißt aber im Umkehrschluss, dass

  1. ein Ministerium einer LGS zugestimmt hat, die kein fixes, feststehendes Konzept eingereicht hat. Das ist wie eine offene Beziehung: Gerade total angesagt, aber meistens zum Scheitern verurteilt.
  2. die Dimensionen der Kosten genauso unbestimmt sind, wie die Ideen. Es kann keine Aussage darüber getroffen werden, ob die Aufwendungen explodieren werden oder aber vielleicht weniger Geld ausgegeben wird als geplant. Die 6 Millionen Euro, die bisher als Schulden für die LGS veranschlagt wurden, sind jedenfalls kein endgültiger Betrag.

Die Positionen: Befürworter und Kritiker

Jetzt gibt es weiterhin die Befürworter und die Kritiker. Die Befürworter, allen voran der Stadtrat, sehen in der LGS 2024 eine Chance für Erlangen. Einige Politiker betonten in der Stadtratssitzung, dass es wichtig sei, dass die Ideen noch nicht feststehen, so könne man das Projekt gemeinsam anpacken. Gemeinsam bedeutet hier vor allem: Die Erlanger einbeziehen.

Die Kritiker ernten gerne mal ein mitleidiges Lächeln: Die Ökos wieder, die alle Arten erhalten wollen – die blauflügelige Prachtlibelle und den Wildfasan zum Beispiel – und nun auch offiziell gegen das Grillen sind.

Es gibt aber auch Kritiker, die weniger vehement mit der LGS ins Gericht gehen. Sie sehen zwar keine Chance in der Landesgartenschau. Sie sehen aber andersrum auch keinen Verlust in der Rückziehung der Bewerbung. Diese Menschen akzeptieren keine Vergleiche mit Vorbildern, insbesondere nicht die mit Bamberg. Dort wurde eine Industrie-Brache in ein blühendes Freizeitgebiet verwandelt. Das Argument, Erlangen sei eine Stadt, die sich – im Gegenteil zu Bamberg – mit Wachstum beschäftigt anstatt mit leerstehenden Industrie-Ruinen, ist an dieser Stelle jedenfalls mehr als richtig.

Das einzige was in den hitzigen Diskussionen festzustehen scheint ist: Ihr habt die Möglichkeit über die LGS 2024 zu entscheiden! Am 7. Mai wird in Erlangen abgestimmt.