Du wolltest schon immer wissen, woher der Lorlebergplatz seinen Namen hat, welche bekannten Persönlichkeiten mit Erlangen zu tun hatten oder was ganz normale Menschen so mit Erlangen verbindet? Das Buch „Stadtgespräche aus Erlangen“ von Johannes und Sophia Wilkes begleitet Erlanger zu ihren persönlichen Orten und erzählt in kleinen Geschichten so einiges Interessantes und Spannendes, aber auch Kurioses aus der Heimat Erlangen. Hier geben wir euch einen kleinen Einblick in einen der Berichte.

Eine außergewöhnliche Frau

Emmy Noether – bis heute zählt die Erlangerin, die 1882 zur Welt kam, zu den einflussreichsten und größten Denkern der mathematischen Wissenschaft. Jedoch ist die früh-verstorbene Mathematikerin und Physikerin fast vergessen. Emmy Noether gehört zu den Begründern der modernen Algebra, und auch in der Physik leistete sie Pionierarbeit: das Noether-Theorem, welches sie 1918 vorstellte, entwickelte sich Jahrzehnte später zu einer der wichtigsten Grundlagen der Physik. Als in bayrischen Universitäten auch Frauen erlaubt wurde zu studieren, begann sie ihr Studium in Erlangen und promivierte vier Jahre später in Mathematik – als zweite Frau in Deutschlang überhaupt in Deutschland.

Obwohl ihr im Laufe ihrer Karriere viele Steine in den Weg gelegt wurden, wie beispielsweise die Kontroversen um die Erlaubnis ihrer Habilitation, da bis dahin noch keine Frau in ganz Deutschland habilitiert worden war. Erst nach Ende des Ersten Weltkriegs und Einführung des Frauenwahlrechts durfte Emmy Noether ihre Habilitation einreichen und wurde somit Professorin.

Im Jahr 1933 entziehen die Nationalsozialisten nach ihrer Machtübernahme Noether die Lehrerlaubnis. Sie stammt aus einer jüdischen Familie, teilt zudem pazifistische Ideale. Daraufhin flüchtet sie in die USA, wo sie als Gastprofessorin arbeiten darf. Nur ein Jahr später stirbt sie aufgrund eine Komplikation einer Routineoperation.

Heute erinnert eine Tafel in der Hauptstraße an ihr Geburtshaus in Erlangen.