In Leipzig haben zwei Studenten die Vorlesung von Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Rauscher unterbrochen. Herr Rauscher, geboren in Erlangen, ist Jura-Professor an der Universität Leipzig. Mit der Aktion wollen die Studenten auf die rassistischen Äußerungen Rauschers hinweisen, die er über Twitter publiziert hat. (Video der Konfrontation am Ende des Artikels)

“Polen: Ein weißes Europa brüderlicher Nationen. Für mich ist das ein wunderbares Ziel!”, schreibt Rauscher in einem Tweet auf Twitter. (Quelle: Twitter @Rauscher_RO)

Man muss wissen, dass Rauscher Direktor des Instituts für ausländisches und europäisches Privat- und Verfahrensrecht ist.
Hierbei ist er auch für ERASMUS zuständig, ein Programm der europäischen Kommission, das Studenten das Studieren an Universitäten eines anderen europäischen Landes ermöglichen soll. (Quelle: Uni Leipzig)

Grundsätzlich sind ausländische Studenten für Rauscher kein Problem sagt er in einem Interview mit der Huffingtonpost: “Austausch verstehe ich aber in dem Sinne, dass man dann mit der Frucht – die man im Kontakt mit anderen gewonnen hat – auch wieder in seine Kultur zurückgeht und sie dort weiterentwickelt.”
Ferner bezeichnet Rauscher die Rassismuss-Vorwürfe gegenüber der Huffingtonpost “für absolut lächerlich”. (Quelle: Huffingtonpost)

Statement der Universität Leipzig

“Die Universität Leipzig verurteilt die neuerlichen Äußerungen von Prof. Rauscher ausdrücklich. Wir stehen für Weltoffenheit und Toleranz und stellen uns gegen intolerantes und fremdenfeindliches Gedankengut.”, schreibt die Universität auf ihrer Webseite.

Auch wurden Untersuchungen eingeleitet, um dienstrechtliche Schritte gegen Prof. Rauscher zu prüfen. (Quelle: Universität Leipzig)

In einem eigenen Statement widerspricht die Rektorin der Universität, Prof. Dr. Beate Schücking,  ausdrücklich den Äußerungen von Prof. Thomas Rauscher.
Sie bezieht sich auf das, im Grundgesetz verankerte, Recht auf freie Meinungsäußerung schreibt aber direkt im nächsten Satz: “Wir müssen das aushalten, ohne es zu ignorieren. Wir können solche Äußerungen zum Anlass nehmen, eine Debatte darüber zu führen, auf einem vernünftigen Niveau, und das werden wir tun.”
Es wird zudem, in den ersten Wochen des Sommersemesters, einem Diskurs zum Thema Meinungsfreiheit geben, zu dem Prof. Rauscher bereits zugesgat hat.

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