Jedes Jahr wird die Bierkönigin der Erlanger Bergkirchweih gekrönt. Die diesjährige Thronfolgerin heißt Mia und wir haben sie zu einem Interview getroffen, in dem sie uns alles, rund um den Berg erzählt und Insidertipps verrät!

Hallo Mia! Vorab erst einmal herzlichen Glückwunsch zur gewonnenen Bierköniginnenwahl! Erzähl uns doch für den Anfang ein bisschen Allgemeines über Dich.

Hallo Mina! 
Naja, wie ihr schon gesagt habt, ich bin die 15. Erlanger Kitzmann Bierkönigin und freue mich sehr über dieses Amt. Wenn ich zuhause meine Krone ausziehe, werde ich dann aber meistens wieder Theater-, Medienwissenschafts- und Soziologiestudentin an der schönen FAU, oder genieße entspannende Stunden im fränkischen Umland mit und beziehungsweise auf meinem Pferd.

Hast Du dieses Jahr zum ersten Mal an der Wahl teilgenommen?

Nein, ich habe mich dieses Jahr zum zweiten Mal beworben. Letztes Jahr hatte ich es schon unter die letzten 10 geschafft. Dieses Jahr hat es dann aber endlich für den Titel gereicht, wobei ich mich wahrscheinlich auch noch ein drittes Mal beworben hätte. Wollte das einfach unbedingt!

Uns interessiert auch, wie die Wahl abgelaufen ist und vor allem, was der Titel „Bierkönigin“ bedeutet. Was hat sich jetzt für Dich verändert?

In den ersten Sekunden hat sich gleich der „Aufmerksamkeitsmodus“ geändert. Ich sollte auf einmal in Kameras schauen und – zugegebenermaßen kleine – Fans wollten ein Foto mit mir. So richtig viele Veränderungen passieren jetzt aber, denke ich, erst auf der Bergkirchweih.

Als Bierkönigin repräsentiere ich dort – und auch anderswo – die Brauerei Kitzmann, welche wiederum für regionales und vor allem leckeres Bier steht. Für die Wahl könnt ihr euch online bewerben, wobei es dann noch zu weiteren Auswahlverfahren vor der Jury und am Schluss vor Publikum kommt. Dieses hat mich beim Bierfrühling der Brauerei Kitzmann zur diesjährigen Königin gewählt, wobei ich vorher einige Aufgaben erledigen musste. Fass anstechen war auch dabei, aber ich glaube ich konnte eher mit anderen Sachen punkten.

Als Bergexpertin kannst Du uns ja mit Sicherheit einiges erzählen. Fangen wir doch mit den Bierkellern an. Welcher ist Dein Favorit und wieso? Welches Bier ist das Beste, wo boombt die Stimmung und wo hält sich die jüngere Altersgruppe auf?

Jetzt mal ganz unabhängig davon, dass ich Kitzmann Bierkönigin bin: Das Kitzmannbier ist einfach das beste Bier! Vor allem das Bergkirchweihbier, was ja extra für diesen Anlass gebraut wird, ist durch den etwas süßlicheren Geschmack genau mein Ding. Ihr bekommt es natürlich im Kitzmannkeller, aber auch im Entlas-Keller. Dort gehe ich auch am liebsten mit meiner Familie hin, denn das Essen ist super lecker und man kann sich noch in angenehmer Lautstärke unterhalten. Zur späteren Uhrzeit zieht es viele junge Leute oft näher ans Berg-T, wobei ich finde dass man mit den richtigen Leuten in jedem Keller einen tollen Bergtag verbringen kann!

An welchen Tagen und zu welchen Zeiten zieht man denn am besten los, um auch noch genügend Platz zu bekommen?

Am Wochenende definitiv vormittags, denn da hat man meistens schon Probleme bei der Platzwahl. Unter der Woche am besten vor 18 Uhr, wobei es ja auch wetterabhängig ist, wie voll der „Berch“ ist. Wenn man nur zu zweit oder zu dritt ist und mindestens ein Mädel dabei hat, ist das Ganze leichter, denn man kann sich oft noch bei den Herren der Schöpfung dazustellen – auch um 20 Uhr noch. 😉

Außer Bier trinken, was gibt es auf dem Berg zu sehen, zu essen, zu machen?

Was echt jeder Bergbesucher mal essen muss, ist eine Original Bergbreze. Die sind ohne Lauge gebacken und etwas größer als normale Brezen. Man kann die auch gut alleine kaufen und am nächsten Tag beim Katerfrühstück noch was von haben. Für viele ein „Muss“ ist auch das Riesenrad, denn es gewährt einen tollen Ausblick über unser schönes Erlangen. 
Mein persönliches Highlight: Dieses Schifffahrtsrennenteil! Das ist relativ weit hinten beim Berg, macht aber einfach unglaublich viel Spaß! (Wobei man da definitiv auch einiges an Geld lassen kann).

Nun zum Dresscode: Tracht – ein Muss, oder? Was ist bei der Dirndl- und Lederhosenwahl zu beachten? Wie kurz darf das Dirndl sein? Welche Schuhe zur Tracht? Du weißt doch bestimmt, wie’s gehört! ☺

Tracht? Kein Muss! Jeder „richtige“ Franke weiß, dass die Bergkirchweih eigentlich kein Trachtenfest ist. Bis vor 2 Jahren bin ich auch noch ohne Dirndl auf den Berch – und vor noch ein paar mehr Jahren war das bei der Mehrheit so! Die Dirndl die heute auf der Bergkirchweih getragen werden, haben wenig mit der fränkischen Tracht zu tun. Der Trend ist ein bisschen vom Oktoberfest rübergeschwappt und natürlich finden wir Erlanger Mädels es super, dass wir uns einmal im Jahr auch so schick machen dürfen. Das Dirndl darf so kurz sein wie ihr wollt, Hauptsache ihr zieht was Cooles drunter. Sei es eine Radlerhose, die alles verdeckt oder ein Höschen mit einem coolen Spruch – wenn die Jungs beim Tanzen auf der Bank dann doch mal einen Blick wagen, habt ihr noch gut lachen. Die Schuhe sollten einfach möglichst bequem und vor allem robust sein, denn ihr müsst auf wackligen Bänken tanzen können! Mein Geheimtipp: Der Boden ist auch nicht wirklich sauber, deswegen hole ich mir jedes Jahr ein Paar billige Ballerinas. Die passen gut zum Dirndl, es ist aber nicht so schade drum, wenn ihr sie danach in die Tonne treten müsst.

Um 23:00 Uhr gehen die Lichter aus. Was dann? Verrätst Du uns die besten Afterberg Tipps?

Erstmal: Abtrieb! Und das bitte gesittet! Und dann geht die Party weiter – wo, ist eigentlich egal, Hauptsache alle Leute kommen an einen Ort! Das ist meiner Meinung nach nämlich einer der kritischsten Momente auf der Bergkirchweih, wenn es darum geht, eine Gruppe zusammenzuhalten. Wenn sich dann aber alle Mitglieder einer Gruppe in derselben Lokalität eingefunden haben, ist es aufgrund des bereits erreichten Alkoholpegels meist völlig egal, wo man ist, denn gute Stimmung ist überall.

Und zum Abschluss: Was sollte man unbedingt noch für die Bergzeit wissen? Welche Insidertipps hast Du für uns?

Ein bisschen Textsicherheit kann nicht schaden, denn wenn man die Lieder laut mitgrölen kann, macht es doch gleich viel mehr Spaß! Also, mal eben Youtube aufrufen und „Atemlos“ suchen, damit seid ihr auf jeden Fall sehr gut gewappnet!
Immer auf die Maßkrüge aufpassen. Wenn die verschwinden und dann 5 Euro futsch sind, ist das meistens der Stimmungskiller schlechthin. Am besten immer mit einer Hand festhalten und wenn er leer ist sofort abgeben. ODER sich im Entlas Keller einen schönen „2015er“ geben lassen und ihn als Andenken mit nach Hause nehmen ☺
Es muss nicht immer Bier sein – wem es irgendwann zum Hals raushängt, kann sich auch in den Kellern kleine Schnäpse kaufen. Mein Geheimtipp: An der Ramazottibar gibt es auch Caipi-Maße! Die teilt man sich aber allein aus Kostengründen lieber 😉

Wer mehr Geheimtipps will, muss mich wohl auf der Bergkirchweih suchen, um sie sich persönlich abzuholen. Wo ich gerade zu finden bin, findet ihr meist auf Instagram:
→ scatterheart_

Und natürlich wünsche ich euch einen schönen Berg! ☺

Vielen Dank liebe Mia, dass Du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten. Mit deinen Tipps, sollten nun alle bestens vorbereitet sein. ☺
Wir wünschen Euch viel Spaß und eine super Bergzeit!
Lasst es krachen!
Prost!