Die Neuwahl des Jugendparlamentes Erlangen ist vom 24. bis 28. Oktober. Höchste Zeit also sich mit den “alten” Parlamentariern des JuPa’s darüber zu unterhalten, warum man sich überhaupt für andere Jugendliche in Erlangen einsetzt, wie die Parlamentarier ins Parlament gekommen sind und wie die Wahl der neuen Mitglieder funktioniert.

Allgemein gefragt – was macht das Jugendparlament? Wie kann man sich die Arbeit vorstellen?

Judith Wahl:
Man vertritt die Meinung der Jugendlichen innerhalb der Ausschusses oder Gremien oder man diskutiert bei Sitzungen des Jugendparlamentes, was wir für junge ErlangerInnen tun können, um das Leben in der Stadt zu verbessern.

Justus Schömann:
Und sonst ist man eigentlich relativ frei was man sonst noch so macht, von Veranstaltungen über Projekte bis zu Aktionen oder anderen eigenen Ideen sind einem eigentlich fast keine Grenzen gesetzt.

“Eigentlich haben wir echt ziemlich viele verschiedene Dinge erreicht.” – Justus Schömann

Was hat das Jugendparlament die letzten Jahre erreicht? Welche Veranstaltungen habt Ihr durchgeführt?

Justus Schömann:
Eigentlich echt ziemlich viele verschiedene Dinge. Zum Beispiel haben wir erreicht, dass jetzt neben dem E-Werk ein Jugendtreff gebaut wird. Auch haben wir Dinge wie die Sanierung des Ohmbrunnens erreicht oder uns für einen autofreien Sonntag, die StUB, Graffiti-Aktionen, einen Politics Day an den Erlanger Schulen und viele andere Dinge stark gemacht.

Wir kümmern uns zudem viel um Austauschprojekte mit den Erlanger Partnerstädten, insbesondere mit Jena und Wladimir. Zuletzt haben wir sogar die Chance gehabt die deutsche Entwicklungspolitik auf Bundesebene zu beeinflussen, da wir an der Jugendkonsultation des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung teilgenommen haben, sowie an dessen „Jugend Labs“ und Zukunftskongress zu den Sustainable Development Goals (Nachhaltige Entwicklungsziele der UN). Hier und bei anderen Veranstaltungen haben wir sogar einige MinisterInnen und andere namhafte Personen wie den Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, den Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller, den Kanzleramtsminister Peter Altmaier, die Umweltministerin Barbara Hendricks, den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, die beiden Erlanger Bundestagsabgeordneten Martina Stamm-Fibich und Stefan Müller, die Erlanger Landtagsabgeordnete Alexandra Hirsemann, die deutsche Fechtolympiasiegerin Britta Heidemann und noch viele mehr kennenlernen dürfen. Es wurde uns also keines Falls langweilig und wir wurden von der Politik auch wirklich gehört und ernst genommen.

Als Veranstaltungen haben wir die „Zukunftsreise Erlangen“ veranstaltet, bei welcher es darum ging zusammen mit anderen Erlanger Jugendlichen und einigen Erlanger PolitikernInnen zu besprechen wie man Erlangen in Zukunft jugendfreundlicher machen könnte. Hier wurden Ideen wie ein Festival, mehr Outdoor-Sportanlagen und noch vieles mehr an die PolitikerInnen weitergegeben. Aktuell wird auf Grund dieser Veranstaltung daher sogar schon eine Parcours-Anlage und ein Outdoor-Fitnessanlage von der Stadt geplant und realisiert. Außerdem haben wir beispielsweise Podiumsdiskussion zum Thema „Big Data“ und „Internet of Things“ mit der bekannten IT-Expertin Yvonne Hofstetter, sowie eine andere zum Thema „Pro und Contra StUB“.

Wie viele Parlamentarier habt Ihr? Und wie könnte man diese beschreiben?

Jule Weippert:
Wir, das Jugendparlament, bestehen aus 15 Mitgliedern aus Erlangen und haben vor allem eins gemeinsam: unser politisches Engagement und Interesse. Denn das reicht schon für angeregte und spannende Diskussionen, da wir andere Meinungen tolerieren und alle auch offen für andere Meinungen sind. Ansonsten kann man uns alle doch als charakterlich ziemlich unterschiedliche Jugendliche beschreiben, die sich trotz oder vielleicht sogar deswegen gut verstehen, sich über ihre unterschiedlichen Ansichten und Einstellungen austauschen wollen und sich gemeinsam für die Interessen der Erlanger Jugendlichen einsetzen.

“Ich wollte und will gerne die Jugend Erlangens vertreten” – Anna Barth

Warum machst Du beim Jugendparlament mit?

Justus Heuer:
Ich bin beim Jugendparlament, weil ich mich sehr für Politik interessiere.

Anna Barth:
Ich bin beim Jupa, weil mich Politik interessiert und ich gerne die Jugend vertreten wollte und will.

Justus Schömann:
Ich finde es wichtig der Politik zu kommunizieren, was Jugendliche sich in Erlangen wünschen und es macht mir auch einfach persönlich Freude der Jugend in Erlangen im Rathaus eine Stimme zu verleihen. Zudem bietet das Jugendparlament einem auch enorme Möglichkeiten sich selber zu entwickeln, denn man lernt hier wirklich viele verschiedene Dinge.

Pauline Klebert:
Ich bin im Jupa, weil es Spaß macht und weil man viel lernen kann.

Florian Ramming:
Damals war ich natürlich jünger und unerfahrener als heute, deshalb waren meine Gründe sehr simpel. Ich wollte nicht konkret in das Jugendparlament, um „etwas zu bewegen“, wie es viele so schön nennen, oder um mich „für die Belange der Erlanger Jugendlichen einzusetzen“, oder was auch immer heute als Grund bei der Wahl angegeben wird. Vor mittlerweile drei Jahren war ich 14, und war bereits seit einigen Jahren in der SMV meiner Realschule und hatte schnell gemerkt, dass mir die Arbeit in solchen Kreisen sehr viel Spaß macht. Verantwortung übernehmen, Aktionen organisieren, mich mit Lehrern und Schulleitern austauschen, das hat mir damals viel Freude gemacht, trotz des hohen Aufwands. Und als dann das Jugendparlament neu gewählt wurde, habe ich mich kurz eingelesen und festgestellt, dass das Jugendparlament eigentlich nicht großartig anders ist als eine SMV, und in der SMV fühlte ich mich pudelwohl.

Und so kam es zu meiner Kandidatur. Ich habe mich aufstellen lassen, weil ich wusste, dass mir die Arbeit im Jugendparlament Spaß machen würde. Und mit Spaß kommen dann Dinge wie das „Einsetzen für andere“ ganz automatisch.

Jule Weippert:
Also ich habe mich für das Jupa aufstellen lassen, weil ich mich zum einen für Politik interessiere und zum anderen die Chance ergreifen will und wollte Politik mitzugestalten.

Judith Wahl:
Ich mache beim Jugendparlament mit, weil ich einen Blick hinter die Kulissen des Rathauses werfen wollte und um mich für die Belange Jugendlicher in Erlangen einzusetzen.

Wann wird das Jugendparlament neu gewählt? Wie läuft die Wahl ab?

Réné Klepper:
Die Wahl findet vom 24.Oktober bis zum 28.Oktober statt. Wahllokale werden an allen Erlanger Haupt- und Realschulen, sowie allen Gymnasien eingerichtet. Außerdem wird ein Wahllokal im Erlanger Rathaus und beim Stadtjugendring bereitgestellt. Wahlberechtigt und wählbar sind alle Jugendliche, die zum Wahlzeitpunkt ihren Hauptwohnsitz seit drei Monaten in Erlangen haben und zwischen 12 und 18 Jahre alt sind. Jeder Wahlberechtigte kann einzelnen Bewerbern und Bewerberinnen bis zu drei Stimmen geben, insgesamt dürfen maximal 15 Stimmen vergeben werden.

Was muss ich machen, um mich aufstellen zu lassen? Wie kann ich wählen?

Justus Schömann:
Einfach den Nominierungszettel ausfüllen, den alle Erlanger Jugendlichen per Post erhalten haben oder den ihr online auf jugendparlament.net finden könnt und ihn per Mail oder Post bis zum 23. September an uns schicken. Wählen könnt ihr wie Réné schon erwähnt hat am besten direkt in der Schule oder im Rathaus, wobei ihr an den Schulen aufpassen müsst, weil jede Schule nur an einem Tag die Möglichkeit anbietet dort zu wählen. Fragt gerne auch Eure LehrerInnen, ob ihr während der Unterrichtszeit wählen gehen könnt, denn häufig ist sonst in den Pausen zu viel los. Zur Wahl selber braucht ihr nichts mitnehmen, weil die WahlhelferInnen mit einem digitalen WählerInnenregister ausgestattet sind.

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Die Wahlen des neuen Parlaments finden vom 24. bis 28. Oktober statt

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