Roberto Cambuli ist in seinem Leben so oft umgezogen, dass er daraus seine eigene Firma gegründet hat. Mit „Robby’s Allroud Service“ bietet er Umzüge und noch einiges mehr an. In unserem Interview erzählt er wie es dazu kam und die ein oder andere Geschichte aus dem Umzugsalltag.

Robby, bitte stell dich kurz vor.

Ich heiße Roberto Cambuli und bin in Nürnberg als Sohn italienischer Einwanderer geboren und aufgewachsen.

Wie kamst Du zu Umzügen bzw. dazu ein Umzugsunternehmen/Allround-Service zu gründen?

Als ich in einem Nürnberger Unternehmen beschäftigt war, zog ich oft um – manchmal sogar zweimal im Jahr! Da ich dann immer diesen freien Urlaubstag für den Umzug gebraucht habe, nannten mich die Kollegen aus Jux den „Umzugskönig“. 2001 entschloss ich mich der Liebe wegen mit 2 Koffern nach Erlangen zu ziehen. Dort meldete ich mein Transportgewerbe an und kam so zu meinem Umzugsunternehmen.

Was macht Dir an deinem Job am meisten Spaß?

Menschen zu helfen und vor allem der Kontakt mit ihnen. Viele Menschen geraten schuldlos in eine Notlage in der sie z.B. aus dem eigenen Haus ausziehen müssen. Gerade bei hilfsbedürftigen Menschen bleiben die Umzüge noch lange in unseren Köpfen.

Erzähl uns noch was zu Deinem Unternehmen.

Unser Unternehmen besteht seit 2001. Zurzeit beschäftige ich fünf Mann. Unsere Umzüge finden europaweit statt. Uns zeichnet aus, dass wir Umzüge mit System durchführen, unsere Kunden zufriedenstellen und mit Herz sowie Kopf bei der Sache sind.

Neben Umzügen bieten wir alles an, was damit verbunden ist: z. B. Wohnungsauflösungen, Möbeltransporte,  Entrümpelungen, Teppichentsorgungen, etc.

Ihr seid von ImmoScout24 ganze 43 Mal zur “Firma des Monats” gewählt worden. Wie wird man Firma des Monats?

Wir sind schon über 10 Jahre schon bei ImmobilienScout24. Für die Auszeichnung zur „Firma des Monats“ richtet sich das Team von ImmobilienScout24 nach der Anzahl der Bewertungen und vergibt diese Auszeichnung jeden Monat an ein paar Firmen in Deutschland. Für uns ist das eine Bestätigung, dass wir unseren Job richtig machen. Alle Bewertungen & Kritiken, die wir bekommen sind uns wichtig, denn niemand ist perfekt.

Welche besonderen Fähigkeiten braucht man, um in diesem Beruf gut zu sein? Was macht einen guten Umzugshelfer aus?

Eine gute Schulung ist das A und O. Auch ich habe einige davon mitgemacht, das Meiste habe ich mir aber selbst beigebracht – das gebe ich so nun auch an mein Personal weiter.

In erster Linie ist mir der Respekt dem Kunden aber auch dem Personal gegenüber wichtig.

Auf welche drei Punkte im Geschäft legst Du wert?

Ehrlichkeit, gepflegtes Erscheinungsbild und Pünktlichkeit.

Ich habe gehört, dass die Art, wie Du Deine Kostenvoranschläge machst, besonders ist. Willst Du uns darüber etwas erzählen?

Klar, eigentlich ganz einfach. Wir können alles organisieren – vom Komplettservice bis zur Auslieferung eines Kartons. Unser Baustein-Prinzip richtet sich nach den Wünschen des Kunden. Der Kunde entscheidet letztendlich wie viele Personen, LKWs etc. er buchen möchte. Je nach Budget erstelle ich dem Kunden einen Plan.

Du würdest am liebsten Dein eigenes Buch schreiben. Welche wäre die skurrilste Geschichte in diesem Buch?

Ja, für ein Buch hätte ich einige Geschichten. Diese müsste auf jeden Fall in das Buch:

Eines Tages bekam ich einen Anruf von einer Dame, die ca. 30 – 40 Jahre jung war. Sie war gerade von ihrem Karibikurlaub zurückgekommen und brauchte einen Mann, der ihre Wohnung auf Vordermann bringt.

Im Telefonat erklärte sie, wie der Mann aussehen und wie groß er sein sollte – auch Muskeln und ein gut durchtrainierter Körper sollten nicht fehlen. Wie die Kundin es wünschte, holte ich meinen Kollegen ab und fuhr ihn zur Wohnung der Dame, in die ich zur Sicherheit mitging.

Da die Wohnung eben wie eine normale Wohnung aussah, welche man für den Urlaub aufgeräumt hatte und sonst nichts merkwürdiges oder besonderes zu sehen war, vereinbarte ich mit meinem Kollegen, dass ich ihn zwei Stunden später abholen würde.

Exakt 45 Minuten nachdem ich die Wohnung verließ, bekam ich von eben diesem Kollegen einen Anruf:

„Bitte hol mich hier ab, ich kann nicht mehr!“ Ich fragte: „Warum? Was ist passiert? Schon fertig mit dem Putzen?“ Er flüsterte: „ Sie will was anderes, bitte hol mich schnell!“

Ich fuhr hin und  hatte schon ein etwas mulmiges Gefühl bei der Sache. Da stand er mit zerzausten Haaren und dem ganzen Putzequipment ganz aufgeregt in einem Zimmer. Ich dankte der Frau für den Auftrag und sie gab mir – mit enttäuschtem Blick – das Geld für die knappe Stunde.

Als ich mit ihm im Auto saß, legte er los – zu meinem Erstaunen erzählte er total aufgewühlt, dass die Dame mehr als nur das Putzen wollte. Aber damit hatte sie keinen Erfolg…

Wie läuft eigentlich so ein typischer Umzug ab?

Umzüge sind individuell, manche Umzüge sind fast schon Routine, sodass wir in kurzer Zeit fertig sind. Es gibt aber auch Umzüge bei denen Full-Service gefragt ist – da weißt du am Abend schon, was du geleistet hast.

Was war bisher der anstrengenste Umzug, den Du mitgemacht hast?

Oh je, da kann ich mich genau daran erinnern. Eine Scheidung in Niedersachsen: die Dame hat uns beim Möbelschlichten die kleinen Möbel in den LKW gebracht. Doch dem Ex-Partner hat das nicht ganz so gepasst – er hat die Möbel einfach wieder ins Haus getragen.

Wie war der unkomplizierteste Umzug bisher?

Ein Umzug nach London: Kisten rein, Transporter zu und los ging es. Nur mit dem Linksverkehr hatten wir etwas zu kämpfen.

Gibt es eine Firma oder eine Privatperson für die Du am liebsten den Umzug machen würdest?

Ja, absolut! Wir haben auch schon Umzüge für prominente TV-Moderatoren, Musiker und Künstler gemacht. Wenn ich mir aber eine Person aussuchen dürfte, dann wäre es unsere Kanzlerin Angela Merkel.

Ihr macht Umzüge Europaweit. Gibt es Unterschiede zwischen den Ländern in Bezug auf den Umzug?

Ja, der Zoll in der Schweiz und in Großbritannien, ansonsten sind alle Europäischen Länder für uns kein Problem.

Was war der größte Umzug, den Ihr bisher gemacht habt?

Eine Firma mit Sitz in Wien, Erlangen und München. Wir haben dafür ganze 8 Arbeitstage gebraucht. Ich muss aber dazusagen, dass es richtig Spaß gemacht hat.

„Es gibt nichts was, man nicht schaffen kann.“

Mein Lebensmotto übrigens 😉 .

Roberto Cambuli von Robby’s Allround Service