Arirang heißt ein beliebtes Volkslied der Koreaner, das als eine Art inoffizielle Nationalhymne gilt. Arirang ist aber auch der Name eines koreanisch-deutschen Kurzfilmprojekts von Christian Lim, das sich mit zerrissenen Familien in Korea beschäftigt. Die Handlung ist schnell erzählt: Nach 60 Jahren erhält ein Mann die Chance, sich mit seiner Familie in Nordkorea wieder zu vereinigen. Allerdings nur für 2 Tage.

Ein Abstecher in die Politikgeschichte

Was für einen Deutschen jetzt vielleicht weit hergeholt klingen mag, ist für koreanische Familien Realität. Was die Jugend von heute nur aus dem Geschichtsunterricht kennt, ist in Korea an der Tagesordnung:
Im Zuge des Korea-Krieges von 1950 bis 1953 wurde das Land geteilt – in Nord- und Südkorea. Der Norden wird kommunistisch geführt, gilt als grausamer Terrorstaat. Der Süden wird demokratisch regiert, Konsum und Wirtschaft werden großgeschrieben. Bis heute befinden sich die beiden Staaten formal im Kriegszustand. Unzählige Familien wurden damals auseinandergerissen und haben bis heute keine Chance bekommen, Kontakt zu Verwandten aufzunehmen – keine Telefonate, keine Briefe.

In schwierigen Verhandlungen einigten sich Nord- und Südkorea jedoch auf die sogenannte bilaterale Familienzusammenführung. Mehr als 65.000 Menschen stehen auf der Warteliste, um ihre Familien nach 60 Jahren der Trennung für wenige Tage wiedersehen zu können.

Der Einzelfall im politischen Chaos – Eine Filmidee

Christian Lim, selbst Halb-Koreaner, will diese Familientreffen nun in einem Kurzfilm aufgreifen. Seine Verwandtschaft ist glücklicherweise nicht von einer Familientrennung betroffen. Ihm ist trotzdem wichtig, dem deutschen Publikum zu zeigen, zu welchen individuellen Schicksalen eine Staatsteilung führt. Er sagt: „Der informative Schwerpunkt fokussiert sich auf Nordkorea, den Führer, die nukleare Bedrohung. Wir erfahren viel über existenzielle Bedrohungen für die Bevölkerung. Doch wir sehen sehr wenig über die Schicksale die hinter jedem Individuum stecken.“ Sicherlich ein spannendes Projekt in einem Jahr, in dem Deutschland 27 Jahre Wiedervereinigung feiert.

Stand der Dinge

Arirang soll in Korea mit koreanischen Schauspielern und in koreanischer Sprache gedreht werden, um so authentisch zu sein, wie nur möglich. Christian Lim konnte schon gute Kontakte knüpfen. Trotzdem ist gerade solch ein internationales Filmprojekt keine einfache und schon gar keine billige Sache. Regisseur und Produzent suchen noch immer nach Unterstützung. Die Stadt Erlangen konnten sie für finanzielle Hilfe schon einmal gewinnen.

Im Sommer diesen Jahres sollen die Dreharbeiten beginnen. Im Februar beginnen nämlich die Olympischen Winterspiele 2018. Die Welt blickt dann auf das Gastgeberland Südkorea. Einen besseren Veröffentlichungstermin für Arirang gäbe es wohl nicht. Trotzdem will sich Produzent Dominik Kilian nicht hetzen lassen: „Auch wenn die Olympischen Spiele ein super Anlassen wären, ist es uns am wichtigsten einen ordentlichen, qualitativ hochwertigen Film auf die Beine zu stellen.“

Up-to-date über das Kurzfilmprojekt Arirang bleibt ihr via Facebook. Weiterführende Informationen erwarten euch auf der Website.

http://www.arirang-film.de/

https://www.facebook.com/arirangmovie/